Der Schritt nach vorne

Mit dem Super Bowl ist die vierte Saison zu Ende gegangen, in der Pro7Maxx die NFL übertragen hat. Mit Rekordwerten. Und der Aussicht, dass Football bald verstärkt auf dem Muttersender Pro7 zu sehen sein könnte.

 

Football ist immer noch eine Randsportart in Deutschland. Das werden Fans vorm Sonntag verstärkt gemerkt haben: Wenn die Rede auf den anstehenden Super Bowl kam, meinten immer noch viele: „Ich versteh ja die Regeln nicht.“

 

Trotzdem sind die Zahlen, die Pro7 veröffentlicht hat, bemerkenswert. 1,92 Millionen Zuschauer sahen im Schnitt den Super Bowl im deutschen Fernsehen und auf Ran.de. Und das in der Zeit von Mitternacht bis morgens um kurz vor 5 Uhr, die nun wirklich nicht die Kernzeit der Deutschen ist. Im entscheidenden Viertel reichte das für traumhafte Einschaltquoten von bis zu 54,1 Prozent.

 

Über die Saison erreichte Pro7Maxx nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 4,4 Prozent in der für den Sender relevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen. „American Football boomt auf ProSieben MAXX und ProSieben. Der Super Bowl 2019 hat auf ProSieben im Vergleich zum Vorjahr ordentlich zulegen können. Um 66 Prozent konnte ProSieben MAXX die Marktanteile der NFL-Übertragungen im Vergleich zur letzten Saison steigern. Auf ProSieben freuen wir uns über ein Wachstum von 35 Prozent für die Übertragungen aller Spiele vor dem Super Bowl“, sagt denn auch Pro7-Senderchef Daniel Rosemann.

 

Die Übertragung der NFL gehört zu den Erfolgsgeschichten der Pro7-Gruppe. Zum einen verfügt sie über eine wachsende Zielgruppe, die fürs Werbefernsehen wichtige Attribute wie „jung“ oder „konsumorientiert“ vereint. Und zum anderen wird die Sportsendung von der Fachwelt gelobt. So erhielt die Redaktion jüngst den Deutschen Fernsehpreis. Vor allem die Art, wie das Team die Online-Aktivität ins lineare Programm einbindet, ist vorbildlich.

 

Es stellt sich die Frage, wohin sich die Sendung entwickelt? In den Playoffs und im Bowl läuft Football bereits auf Pro7. Dort passt es gut hin, spricht der Sender doch tendenziell eher ein männliches Publikum an, während die Schwester SAT1 die Frauen im Blick hat.

 

Die Einschaltquoten, die Football bereits jetzt erreicht, können sich durchaus mit den Quoten messen, die Pro7 normal an einem späten Sonntag-Abend erreicht – etwa mit amerikanischen Filmen.

 

Und die Quoten sind immer noch steigerbar: Zum einen verfügt Pro7 über eine höhere Reichweite als Pro7Maxx. Zum anderen würde ein Umzug Werbung für den Sport bedeuten. Und die braucht dieser halt immer noch, wie der Satz „Ich versteh ja die Regeln nicht“ beweist.

 

Ein denkbares Modell: Das erste Spiel läuft wie bisher auf Pro7Maxx. Zwischen 22 und 22.30 Uhr würde dann auf Pro7 eine Sendung mit Vorabberichten zur zweiten Partie starten. Das wäre auch gut für den mitunter eintreffenden Fall, dass sich die beiden Spiele überschneiden. Die doppelte Besetzung des Studios ließe sich lösen, indem eine der beiden Sendungen so kurz wie nötig aus dem Off kommentiert wird. Nach vier (erfolgreichen) Jahren wäre es an der Zeit, dass Football einen weiteren Schritt nach vorne macht.